Lange gab es nichts zu hören von uns und auch nun nur ein ganz kurzer Überblick über die letzten Reisemonate:
Wir erleben Chinas vorolympischen Wahn mit zahlreichen Passkontrollen und sogar Körperdurchsuchungen, lustigen verschärften Sicherheitsregeln wie zum Beispiel des Verbots von Versendung solch gefährlicher Gütern wie Bikinis. Vor allem aber genießen wir in unseren letzten 30 Tagen China noch einmal das gute, billige Essen.
Nach dem Überqueren der kirgisischen Grenze sind wir mit unseren zwar dürftigen, aber meist ausreichenden Russischkenntnissen nicht nur wieder einmal des Sprechens sondern endlich auch wieder einmal des Lesens mächtig (auf unserer Reise begegneten wir nur in Vietnam lateinischen Schriftzeichen, so freuen wir uns über das leicht lesbare kyrillisch sehr). Die kirgisische Bergwelt ist außerdem echt schön zum Radeln. Wir sind erstaunt über die so zahlreichen europäischen Touristen, die wir mit Jeeps, Motorrädern und auch Fahrrädern hier antreffen. In Bishkek vor allem wimmelt es nur so von auf Visa wartenden Tourenradlern. Echt nett, mal so viele “Kollegen” anzutreffen.
Bishkek ist auch aus einem anderen Grund etwas Besonderes für mich: so viele blonde Leute. Circa die Hälfte der Einwohner Bishkeks stammt ja aus Russland, so fallen wir mit unserer hellen Haut und den blonden Haaren endlich nicht mehr so auf. Die Männer starren nicht mehr mir, sondern den Mädels in den für unsere Augen nun echt ungewohnt engen, kurzen Kleidern nach. Auch an den Supermärkten erkennen wir, das wir uns Europa nähern. Leider erinnern uns auch die Preise daran.
Speziell unser nächstes Reiseziel - Kasachstan - ist manchmal richtig teuer. Statt grünen Bergwiesen mit Yaks und Yurten wie in Kirgistan erwarten uns hier flache Steppe, Salzseen, Kamele und Wind. Die Herzlichkeit vieler Leute erinnert uns an unsere Fahrt in Russland, dem wir uns ja nun eilig nähern (wir haben nur ein 30-Tage-Visum für das riesige Kasachstan).
Heute erreichen wir nach 38.150 Kilometern in Atyrau, der Ölhauptstadt Kasachstans wieder den Uralfluss und somit Europa. Begrünte Verkehrsinseln, Parkflächen, moderne Einkaufszentren,… mitten in der Steppe. - Ein eigenartiges Gefühl!
