Wenn dem Verkäufer der bekannten Fastfoodkette McDonalds sowohl BigMac als auch Hamburger unbekannt sind, wenn sich im hoffnungslosen Großstadtverkehrsstau zwischen stinkenden Mopeds und hupenden LKWs ein Elefant neben einem einreiht oder ein Kamel, dessen kunstvoll gestutztes Fell ein schöneres Muster vorweist als der eigene Wohnzimmerteppich, ist man wahrscheinlich in Indien.
Auch darauf hin deutet zum Beispiel, dass sich, während man auf dem riesigen Kleidermarkt steht und überlegt, ob man die schöne Hose denn kaufen soll, der ganze Markt in Luft auflöst. Wo 30 Sekunden zuvor noch reges Treiben herrschte, ist man plötzlich völlig allein auf einem leeren Platz mit ein paar Polizisten…
Oder das spät Abends wenn endlich der Großstadtlärm ein wenig abschwillt, Trillerpfeifchen im Zweisekundentakt ertönen, begleitet von rhythmischem Klopfen. Das ist der Nachtwächter, der die Leute nun mit seiner Waffe - einem Holzstock - bis zur Morgendämmerung mit seinem lautstarken Gepfeife “beruhigt”.
Indien ist voller Überraschungen für uns, aber darin besteht definitiv der Reiz dieses Landes. Sonderlich viele naturbelassene Fleckchen haben wir hier noch nicht entdeckt. Auch touristische Sehenswürdigkeiten haben wir kaum besucht. Die gäbe es zwar zahlreich, wie wir dank Klopapierverkaufsständen feststellen können (solchen Schnickschnack gibt es nur dort), doch auch wenn dem Eintrittspreis immer “only” beigefügt ist, denken wir, das zum Beispiel der Eintritt für Ausländer für den Taj Mahal mit einer knapp 40fachen Erhöhung des Preises für Inder mit dem Wort “nur” nicht ganz richtig beworben wird.
So bleiben wir beim Beobachten - und natürlich beobachtet werden. Faszinierend, wie Traditionelles und Modernes, Reichtum und Armut, hektisches Großstadtgewimmel und ländliche Ruhe miteinander vermischt sein können!
