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Tibet, das Dach der Welt, erweckt Sehnsucht. Unglaublich traumhafte Natur, klare Flüsse und tiefblaue Seen, rollende Grasberge gespickt mit Nomadenzelten und Yakherden, atemberaubend mächtige Bergriesen voller Schnee und Eis, andächtige Mönche in Jahrhunderte alten Klosteranlagen, endlose Fernsichten, Ruhe, Einsamkeit.
Allgemeines und Geographie
Das “Dach der Welt” wie das Tibetplateau oft genannt wird, ist mit einer Durchschnittshöhe von etwa 4.000 Metern die höchstgelegene Landmasse der Welt. Im Süden des Landes befindet sich die Himalayagebirgskette mit 7.000 bis 8.000 Meter hohen Bergen. Der Norden des Landes (Chang Tang) besteht aus unbewohnten Hochlandwüsten und Steppen. Im Westen ist ein trockenes Hochland (Ngari). Im Zentrum gibts landwirtschaftlich genutzte Täler und auch die Grasberge im Osten sind etwas dichter besiedelt.
Viele der grössten Flüsse der Welt haben in Tibet ihren Ursprung und versorgen die am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde mit Trinkwasser. So zum Beispiel der Yangtze, Mekong und der gelbe Fluss (münden in den Pazifik) und der Indus, Irrawaddy, Brahmaputra,… (münden in den Indischen Ozean).
Traditionell wird Tibet in folgende Provinzen eingeteilt: Amdo (von China nun in die Provinzen Qinghai, Gansu und Sichuan eingeteilt), Kham (Sichuan, Yunnan und Qinghai) und U-Tsang (heute TAR, also Tibet Autonomous Region gemeinsam mit der westlichen Kham Provinz). Insgesamt macht Tibet ein Viertel der Landesfläche Chinas aus.
Nur die TAR - ein 1965 von China geschaffenes Verwaltungsgebiet- gilt heute für Chinesen offiziell als Tibet und ist auch in Straßenkarten als Tibet markiert. Sie macht nur etwa die Hälfte des 2,5 Millionen Quadratkilometer großen historischen Tibets aus.

Die Zugehörigkeit Tibets zu China ist umstritten aber auf offizieller Ebene wagte dies bisher kein anderer Staat anzuzweifeln. Tibet wurde unter Mao besetzt und eine Delegation des bisherigen Staatsoberhauptes - des Dalai Lamas - 1951 unter militärischem Druck gezwungen, ein Abkommen zu unterzeichnen, das China die Souveränität über Tibet bestätigt.
Seit der Besetzung stehen schlimme Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung, speziell in der Zeit nach den Aufständen der tibetischen Bevölkerung im März 1959 wurden Hunderttausende getötet, in Konzentrationslager gesperrt, gefoltert, religiöse Einrichtungen zerstört,… Der Dalai Lama musste ins Exil nach Indien fliehen.
Insgesamt wurde circa ein Sechstel der tibetischen Bevölkerung getötet (1,2 Millionen Menschen) und viele mussten ins Exil flüchten. Die Menschenrechtsverletzungen dauern bis zum heutigen Tage an und erregen glücklicherweise immer mehr internationales Aufsehen. Die chinesische Regierung dementiert, dass Menschenrechtsverletzungen stattfinden und argumentiert, dem tibetischen Volk zum Beispiel mit dem Ausbau der Infrastruktur geholfen zu haben. Leider kommt dies aber nicht den Tibetern zugute, sondern den Hanchinesen, die in riesigen Scharen das Land besiedeln. Die Tibeter bleiben weiterhin eines der ärmsten Völker der Erde.
Die angebliche Religionsfreiheit, die Tibet 1979 wieder erhalten hat, wird streng kontrolliert und ist weiterhin stark eingeschränkt.
Das Umsiedlungsprogramm Chinas, das Hanchinesen, die Tibet besiedeln Zuschüsse, bessere Löhne,… garantiert, zeigt leider Wirkung. Die Tibeter sind mittlerweile eine Minderheit im eigenen Land und machen weniger als 50 Prozent der Bevölkerung aus. Exakte Zahlen über die Bevölkerungszusammensetzung existieren aber nicht, da die veröffentlichten Zahlen nach Volkszählungen der chinesischen Regierung nicht der Wahrheit entsprechen. Die drastisch ansteigenden Bevölkerungszahlen gefährden nicht nur tibetische Kultur sondern auch die Natur Tibets in großem Ausmass.
Seit 1971 sind in Tibet Atomraketen stationiert, auch Atomtests wurden durchgeführt. Das Land ist weiterhin von einigen Hunderttausend Soldaten besetzt es gibt viele Spitzel in der Bevölkerung.
Für seine Versuche eine friedliche Lösung für die Situation in Tibet zu finden (bessere Bedingungen für Tibet unter der chinesischer Regierung zu schaffen, nicht die Freiheit zurückzuerkämpfen) hat der Dalai Lama unter anderem den Friedensnobelpreis erhalten. China versichert zwar immer wieder, zu Gesprächen bereit zu sein, ist aber in Wirklichkeit nicht an Verhandlungen interessiert. Die Hoffnungen der Tibeter liegen auf der Internationalen Gemeinschaft, dass diese Druck auf China ausübe und so endlich fruchtbare Verhandlungen zustande kommen.
Eine sehr interessante Website zu diesem Thema ist die Seite der tibetischen Regierung im Exil, aber leider nur auf Englisch.
Bevölkerung
Tibet ist eines der am spärlichsten besiedelten Gebiete der Welt.
Wie im vorigen Abschnitt schon erwähnt, sind die Tibeter allerdings aufgrund der Okkupation durch China eine Minderheit im eigenen Land geworden. Hunderttausende wurden umgebracht oder sind ins Exil geflüchtet. Durch spezielle Umsiedlungsprogramme Chinas, in denen chinesische Siedler verlockende Unterstützungen erhalten, ist die Mehrheit des Landes nun von Hanchinesen besiedelt.
Klima und ideale Reisezeit
April bis Juni und September bis November sind die beliebtesten Monate für eine Reise aufs tibetische Hochland.
Weniger ideal ist die Regenzeit im Juli und August. Diese ist zwar milder als zum Beispiel in Indien, allerdings sind Schlammpisten und Erdrutsche speziell in Osttibet keine Seltenheit und können Strassen gefährlich bzw. unpassierbar machen.
Auch die Winterzeit ist übrigens besser für Reisen geeignet als viele wohl von so einer hochgelegenen Region annehmen würden. Speziell im Südosten Tibets ist das Klima überraschend mild. Die Luft ist sehr trocken, unter 5.000 Höhenmeter gibt es kaum Schnee und die intensive Höhensonne (Sonnenschutz nicht vergessen!) macht die Tage angenehm warm. Die Nächte können aber empfindlich kalt werden.
Vorteile des Reisens im Winter sind die gute Fernsicht und das nur wenige Touristen in den Städten sind. Statt ihnen kommen Einheimische aus allen Landesteilen zu den Winterfesten. Wer in den Norden des Landes fährt, muss sich aber schon auf einen harten, windigen Winter einstellen. Es gibt dort Permafrostgebiete.

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