Erneut ins Reich der Mitte

Sonntag, 20. Mai 2007 @ 7:02 von Birgit | Mengla, China

Nach Monaten in Thailand verlassen wir “die westliche Welt”, in der uns die Lebensweise in vielerlei Hinsicht ziemlich an Europa erinnert, wieder.

Auf der anderen Seite des Mekongflusses - in Laos - verbringen wir dann Wochen in relativ dünn besiedelten Gegenden mit teils toller Landschaft, zwischen interessanten Bergvölkern und erstaunlich vielen westlichen Touristen. Wir genießen die Ruhe, die wohl jeden in Laos überkommt und finden viel Zeit und Gelegenheit, interessante Leute kennenzulernen.

Die Regenzeit, die nun beginnen sollte, verschont uns weitgehend, dafür lernen wir andere “Naturgewalten” kennen. Wir erleben unser erstes Erdbeben. Dank der traditionellen Holzbauweise, die recht stabil ist und weil das Beben nicht sonderlich stark ist (Anmerkung des Administrators: 6,1 auf der Richterskala ist schon stark), stürzen glücklicherweise keine Gebäude ein.

Mitte Mai geht es schließlich wieder nach China. Nicht nur, weil der erste Aufenthalt dort sehr interessant für uns war, sondern auch, weil dies die einzige Möglichkeit ist, über Land wieder Richtung Europa zu reisen (die Landesgrenze nach Burma mit dem Rad zu überqueren, bleibt weiter so gut wie unmöglich), radeln wir ein zweites Mal ins “Reich der Mitte”. Diesmal wird unsere Fahrt eher an der westlichen Landesgrenze entlangführen. Vielleicht gelingt die Einreise in ein paar für Individualtouristen eigentlich gesperrte, aber interessante Gebiete, was aber nicht so einfach sein wird. Wir werden die Route also weiterhin ziemlich kurzfristig planen müssen.

Die ersten Tage in China begeistern uns jedenfalls. Hier in der “Banna”-Region (Provinz Yúnnán) sind die Leute sehr angenehm. Eine Erfahrung, die wir ja nicht in allen Landesteilen Chinas gemacht haben. Es gibt viele Minderheiten und Bergvölker hier, die zwar mit denen in Laos verwandt sind, aber wieder eine völlig andere Lebensweise haben. Auch landschaftlich ist die Region mit noch erstaunlich vielen Regenwäldern interessant.

Einzige Erschwernis: die Regenzeit hat nun mit voller Kraft eingesetzt. Tagtäglich heftige Regengüsse, nasse Klamotten, feuchter Packtascheninhalt, aufgeweichte Haut, Blutegel und Schlammpisten stehen nun wohl an der Tagesordnung.

Aber in China ist es nicht schwierig, sich über solch kleine Erschwernisse hinwegzutrösten: die enorme und schon recht vermisste (auch preisgünstige) Nahrungsmittelvielfalt lässt uns Reiseradler jubeln.

Dieser Beitrag wurde vor 3 Jahren 2 Monaten 1 Woche 5 Tagen - am Sonntag, 20.5.2007 um 7:02 - von Birgit erstellt und kann in folgenden Kategorien gefunden werden: Tagebuch. Du kannst die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 verfolgen. Weiter unten kannst du uns einen Kommentar hinterlassen oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.

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