Ein zweiter Versuch

Sonntag, 13. August 2006 @ 17:59 von Birgit | Wenzhou, China

China, das viertgrößte Land der Erde und mit 1,3 Milliarden Menschen auch das bevölkerungsreichste. Dazu braucht es mehr, als unser Viermonatsvisum, um es etwas kennenzulernen.

Schon vor der Einreise war uns dies klar, ein längeres Visum haben wir aber nicht erhalten. So planten wir bereits damals das Visum nach Ablauf zu erneuern. Schließlich hatten wir sehr große Erwartungen an das Land …

Unsere Erwartungen sind enttäuscht. China war zwar für uns bis jetzt ein sehr einfach zu “beradelndes” Land. So waren zum Beispiel sowohl Versorgungslage als auch Strassen überdurchschnittlich gut, doch von dem, was wir bis jetzt von Kultur und Natur gesehen haben, sind wir absolut enttäuscht. So enttäuscht, dass wir unser Visum auf jeden Fall verlängern müssen - irgendwo muss doch auch das China zu finden sein, von dem wir gehört und gelesen haben?!

Es kann doch nicht nur aus von Menschenhand angelegten Grünzonen und Feldern bestehen, total verseuchten Gewässern, die bei Hautkontakt Verätzungen verursachen, einer Luft, die Übelkeit und Kopfschmerzen hervorruft, …! Es können doch nicht 1,3 Milliarden Kleinkinder (bezogen auf die geistige Reife) in einem Land wohnen!

Was ich hier schreibe, klingt vielleicht hart und gemein, aber die massiven Umweltprobleme sind ja nicht zu verstecken, und so mancher, der eine längere Reise in China unternommen hat, wird auch unsere zwischenmenschlichen Probleme verstehen.

Uns ist klar, dass wir selbst viel dazu beitragen können, unseren zweiten Chinaaufenthalt positiv zu gestalten. Die völlig andere Denkweise hier und die Sprachschwierigkeiten führen oft zu Missverständnissen und Verständnisproblemen.

Wir müssen einfach lernen, unsere “westliche” Denkweise nicht als die einzig richtige anzusehen und Fremdes akzeptieren. Nicht das Radfahren, sondern das Einlassen auf die Kultur ist, so verstehen wir nun, in China die Herausforderung.

Dieser Beitrag wurde vor 3 Jahren 11 Monaten 3 Wochen - am Sonntag, 13.8.2006 um 17:59 - von Birgit erstellt und kann in folgenden Kategorien gefunden werden: Tagebuch. Du kannst die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 verfolgen. Weiter unten kannst du uns einen Kommentar hinterlassen oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.

4 Kommentare »

  1. hallo zusammen, wenn ihr ein etwas anderes china kennenlernen wollt, würd ich euch kunming und dann südwärts richtung laos empfehlen. wir hatten damals nach drei momaten genug von china, trotz unseres ausflugs nach tibet. xishuangbanna hiess die gegend, urwald, berge, früchte. und dann nach laos, das velotraumland…

    Kommentar von Dani — 1.9.2006 @ 8:45
  2. Puuh! Das ist sicher zach, wenn man sich schwer versteht. Ich kenn China überhaupt nicht, aber ich glaub die Umweltverschmutzung muss ziemlich extrem sein. Ihr seid sicher nicht die einzigen die mit dem Durchschnittschina ihr Problem haben, das hab ich auch schon von anderer Seite gehört.

    LG von Jörg

    Kommentar von Jörg — 5.9.2006 @ 19:17
  3. Hab ein paar Reisetipps für dich. Das Blacksmith Institute hat gerade eine Liste der 10 meist verschmutzten Orte der Welt herausgegeben. Linfen (临汾/臨汾 - Provinz Shanxi - 36°05′N 111°31′E) ist der einzige Ort in China, der es in die Top10 geschafft hat.

    Tschernobyl ist übrigens auch in der Liste, Bhopal hingegen nicht (war aber nominiert). Dort und bei 4 Orten der Top10 könntet ihr am Heimweg nach Europa allerdings ohne große Umwege vorbeikommen: Ranipet (Indien), Mailuu-Suu (Kirgisistan), Dserschinsk (Russland, Nischni Nowgorod, am Fluß Oka, durchschnittliche Lebenserwartung ist 45 Jahre) und natürlich Tschernobyl.

    Weitere Orte auf der Liste sind: Norilsk (Russland), Dalnegorsk und Rudnaya Pristan (Russland), La Oroya (Peru), Kabwe (Sambia) und Bajos de Haina (Dominikanische Republik).

    Viel Spaß bei der Weiterfahrt und bringt mir bunte Fotos mit.

    Kommentar von Cecil — 22.10.2006 @ 1:17
  4. Traeume und Realitaet … Hatte aehnliche Erfahrungen schon 1987 gemacht, nachdem mich meine Traeume und
    Abenteurerwuensche nach China gefuehrt hatten. Seitdem hat sich in dem Land garantiert sehr viel geaendert, nur
    bestimmt nicht nicht in die Richtung, welche wir uns einbilden moechten. Versucht vielleicht das, was ihr entdecken
    moechtet nicht im Grossen zu finden, sondern sucht es vielleicht im Kleinen.

    Kommentar von eric — 31.12.2006 @ 21:05

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