Paradies

Samstag, 17. Juni 2006 @ 22:57 von Martin | Taian, China

Viele viele Chinesen und noch viel mehr Fahrräder. Also ein Land, in dem es mehr Fahrräder als Menschen gibt - das hört sich ja nach einem Paradies für Radreisende wie uns an, noch dazu weil Essen das Wichtigste ist im “Land der Fahrräder”. So sagen die Chinesen nicht Hallo oder Servus zur Begrüßung sondern “Hast du schon gegessen?”. Aus Höflichkeit bejaht man das.




Zwei Monate sind wir nun schon hier in China, haben noch kein einziges Gericht zweimal gegessen und nebenher erfahren, das es vier verschiedene Kochrichtungen - eingeteilt nach den Himmelsrichtungen - gibt. Dazu unendlich viele Produkte und Früchte, die ich noch nie zuvor gesehen habe und sofort probieren musste.

“Katze a la Sichuan, Hund süß sauer und Ratte am Spieß”, so ein Vorurteil in Österreich, tatsächlich gibt es allerlei Exotisches, so haben wir zum Beispiel schon Käfer, Maden und sogar Skorpione gekostet, aber diese Gerichte werden immer weniger, da die Angst vor der Vogelgrippe, SARS, … groß ist.

Dass das Essen nicht mehr ganz frisch sei, wie so mancher Österreicher glaubt, kann ich auch nicht bestätigen, so leben die aufgespießten Skorpione noch, bevor sie in die Bratpfanne kommen, und der Fisch, der auf Eis liegt, zappelt noch und wird erst getötet, wenn der Wok auf Betriebstemperatur ist.

So lecker die Speisen auch sind - die Tiere tun uns schon manchmal leid. Auch Hühner und Schafe zum Beispiel, die lebend auf Motorrädern transportiert werden. Zu diesem Zweck knotet man ihnen einfach die Füße zusammen. Ein halbes Dutzend Schafe passt so auf das Motorrad mit dem Schädel nach unten, sodass die Tiere die Köpfe heben müssen und zu tun haben, um nicht am Asphalt zu schleifen. Gleiches auch mit den Hühnern.

Doch wem die Tiere leid tun, der muss nicht hungern, denn auch für Vegetarier ist hier ein Paradies, so gibt es massenhaft an Obst- und Gemüsegärten, die immer behutsam von Hand gepflegt werden. Und gut ist, dass nun - es ist ja schon Juni - einiges reif ist, wie zum Beispiel Marillen, Pfirsiche und Nektarinen, die neben den Straßen billigst feil geboten werden.

Doch am Schönsten ist es, draußen am Abend vor einem Restaurant zu sitzen und die warme Luft zu spüren, das kühle Bier und das leckere Essen zu genießen und einfach das gemütliche Flair auf einen wirken zu lassen.

Dieser Beitrag wurde vor 4 Jahren 1 Monat 1 Woche 6 Tagen - am Samstag, 17.6.2006 um 22:57 - von Martin erstellt und kann in folgenden Kategorien gefunden werden: Tagebuch. Du kannst die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 verfolgen. Weiter unten kannst du uns einen Kommentar hinterlassen oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.

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