Begleitet von Milliarden Sandkörnern verlassen wir die Mongolei - nach den täglichen Stürmen eigentlich mit einer gewissen Erleichterung, denn so manche Fahrradteile sind schon blankpoliert vom Sand, Augen und Lungen leiden an der täglichen Staubdosis und auch unser Geist sehnt sich schon nach klaren Fernsichten.
Der Wüstensand wird zwar auch nach der Grenze noch durch die Luft gefegt, doch die tollen Strassen der Inneren Mongolei – der chinesischen Seite der Gobi – weisen hervorragenden Asphalt auf und somit „fliegen“ wir Beijing fast entgegen. Je näher wir Chinas Hauptstadt kommen, desto näher kommen wir wohl auch einem kleinen Paradies: die ersten Bäume, die den Sand erfolgreich abhalten. Warme Temperaturen lassen die Blätter spriessen. Nach einem so langen Winter können wir uns gar nicht sattsehen am saftigen Grün des Frühlings. Auch die vielen Menschen hier sind eine willkommene Abwechslung für unsere an einsame Gegenden gewöhnte Augen. Die weiter steigenden Temperaturen lassen uns bald zum ersten Mal richtig schwitzen – einfach herrlich, ein langersehnter Traum!
Das Verkehrschaos, die schlechte Luft, der ohrenbetäubende Lärm, die neugierigen Menschen, die einen bei jedem Halt umringen, und die Tatsache, nicht nur Analphabet sondern auch „taub“ und „stumm“ zu sein, … schmälern nicht unsere Freude an unserem kleinen Paradies, das alles bietet, was wir zu einem perfekten Radlerleben brauchen: Wärme, gutes Essen, Radelwege und Nebenstrassen durch tolle Landschaft, freundliche Menschen,…
Und trotzdem freuen wir uns, wenn die Zeit schnell verinnt, denn umso näher rückt dann der Besuch meiner Familie, der erste – und hoffentlich nicht einzige. Am 21. Mai ist es soweit, dann gibts 10 Tage Familientreffen, Beijingbesichtigungen, Restaurantbesuche, Massagen, Einkaufen, etc. Alles was eben zu einem Beijingaufenthalt gehört – und natürlich eine Fahrradtour.
