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Da Birgit und Martin bisher keinen Artikel zu China erstellt bzw. übermittelt haben, werde ich hier mal die wichtigsten Daten veröffentlichen. Ich gehe mal davon aus, dass unsere Radler diesen Artikel bald personalisieren werden (spätestens dann, wenn ich ihnen mit meinem Laptop nach fliege) und dabei vielleicht sogar weitere Länderartikel erstellen und uns dadurch die weitere Route verraten.
Allgemeines und Geographie
Die Volksrepublik China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und hat mit 1,3 Milliarden mehr Einwohner als die USA und Afrika zusammen. Das viertgrößte Land der Erde ist mit 9,5 Millionen Quadratkilometern etwa so groß wie die USA oder ganz Europa bis zum Ural. Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen des Landes unterscheiden sich sehr stark. China ist durch eine Reihe natürlicher Grenzen von seinen Nachbarn getrennt: im Osten und Südosten durch Meere (Gelbes Meer, Ostchinesisches Meer und Südchinesisches Meer), im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten durch hohe Bergmassive, im Norden durch Steppen und Wüsten und im Nordosten durch Flüsse (Amur und Ussuri).

China grenzt an 14 Staaten, kein Staat hat mehr direkte Nachbarländer. Im Uhrzeigersinn sind dies: Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisien, Kasachstan, Russland, Mongolei, Nordkorea, Vietnam, Laos, Myanmar, Bhutan und Nepal.
Die Nord-Süd-Ausdehnung Chinas beträgt ca. 4.500 km; die Ost-West-Ausdehnung 4.200 km. Die Küstenlänge aller Seegrenzen Chinas beläuft sich auf 14.000 km. Der längste Fluss Chinas ist mit 6.300 km der Jangtse, der höchste Berg der Mount Everest mit 8.844 m und der größte See der Qinghai-See mit ca. 5.000 km².
Die Hauptstadt Chinas ist Peking.
Das Territorium kann man grob in drei Bereiche unterteilen:
- Der Osten Chinas ist von vier großen, dicht besiedelten Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich die Deltas seiner größten Flüsse. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist. Das Gebiet hat eine Höhe von maximal 500 Meter über dem Meeresspiegel.
- Westlich an die Ebenen schließen sich zahlreiche Gebirge mit Hochebenen und großen Becken an: die Mongolische Hochebene, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken, das Lössplateau oder das Yunnan-Guizhou-Hochland. Die Berge haben hier Höhen von etwa 1.000 bis 2.000 Metern.
- Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die größten Gebirge sind: Himalaya, Tianshan, Pamir und das Hochland von Tibet. Die Gesamtregion liegt durchschnittlich 4.000 Meter über dem Meeresspiegel und gehört damit zu den höchstgelegenen Ebenen der Welt. Der Westen ist zusammen mit der Inneren Mongolei auch der trockenste Landesteil, für dessen ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen.
Das Territorium von China überschneidet etwa 5 Zeitzonen (UTC+5h bis UTC+9h), es wird allerdings nur eine einzige Zeit verwendet: die von Peking (UTC+8h). Die Zeitverschiebung zu Österreich beträgt wie in der Mongolei 7 Stunden, während der Sommerzeit 6 Stunden.
Bevölkerung
Die Volksrepublik China weist eine Bevölkerungsdichte von etwa 136 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Dass diese Zahl nicht sehr groß ist, liegt vor allem daran, dass etwa Westchina aufgrund des Klimas eine sehr niedrige Bevölkerungszahl auf großem Territorium aufweist. So leben zB in Tibet auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur zwei Menschen. Der bei weitem größte Teil der Bevölkerung lebt in den Küstenregionen. Etwa 115 Millionen Menschen, also fast 10% der chinesischen Bevölkerung, konzentrieren sich auf einer Fläche von nur 50.000 km². Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf 10% der Fläche (~740 Einw./km²), und 90 % der Bevölkerung leben auf einem Drittel des Staatsterritoriums (~ 350 Einw./km²).
China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde, und viele seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten der Welt. In der Geschichte des Landes waren Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme bei der Ernährung der Menschen Ursache für tiefe politische und wirtschaftliche Krisen und Hungersnöte. Die Volksrepublik China geht deshalb in der Bevölkerungspolitik Wege, die weltweit einzigartig sind.
1949 lebten in China etwa 540 Millionen Menschen, im Juli 2005 waren es über 1,3 Milliarden. Seit den 1950er Jahren stieg die Bevölkerungszahl trotz niedriger Lebenserwartung stark an. Die politische Führung um Mao Zedong war der Ansicht, dass ein mächtiger Staat eine hohe Bevölkerungszahl benötigt. Ende der 50er Jahre löste der Große Sprung nach vorn (eine Politik, die China zur wirtschaftlichen Großmacht machen sollte, sich auf Schwerindustrie konzentrierte und die Bauern vernachlässigte) eine große Hungersnot aus. Da einer der Hauptgründe hierfür die Überbevölkerung war, wurde in den 1960er Jahren mit zahlreichen Geburtenplanungskampagnen begonnen. Abtreibungen waren von da an erlaubt und Verhütungsmittel, wo vorhanden, kostenlos erhältlich. Das Heiratsalter wurde erhöht und eine Zwei-Kind-Beschränkung eingeführt.
Die seit 1979 geltenden Regeln sehen die Ein-Kind-Familie und sofortige Abtreibung bei ungenehmigten Schwangerschaften vor. Trotz einer hohen Dunkelziffer an Zweitgeburten (vor allem außerhalb der Städte) wird geschätzt, dass durch die Geburtenkontrolle zwischen 300 und 340 Millionen Geburten verhindert wurden. Trotz dieser Maßnahmen wächst die Bevölkerung etwa 0,6 % pro Jahr.
Große Probleme der Ein-Kind-Politik sind neben der Erziehung der Einzelkinder zu “Kleinen Kaisern” und der sich abzeichnenden Überalterung der Bevölkerung auch das Ungleichgewicht der Geschlechterverteilung. Aufgrund von Abtreibungen weiblicher Föten gibt es in China viel mehr Jungen als Mädchen. Deshalb wurde das Feststellen des Geschlechtes per Ultraschall in der Volksrepublik unter Strafe gestellt, um wieder ein natürliches Gleichgewicht herzustellen.
Die Volksrepublik ist offiziell ein atheistischer Staat. Verbreitete Religionen sind jedoch Buddhismus, Islam und Lamaismus, daneben ist alter chinesischer Volks- und Aberglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus und der Daoismus, die eigentlich eher Sozialethiken als Religionen sind, beeinflussen bis heute die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen.
Der Glaubensausübung sind nach wie vor strenge Grenzen gesetzt. Dem Christentum steht die chinesische Regierung skeptisch gegenüber, was nicht zuletzt historische Ursachen (Imperialismus) hat. Weitere Spannungsfelder ergeben sich mit der muslimischen Minderheit, die vor allem in Nordwestchina lebt, sowie mit der lamaistischen Strömung des Buddhismus (Tibet). Auch zahlreiche neue religiöse Bewegungen haben Probleme. In dieser Beziehung wurde vor allem die Bewegung Falun Gong im Westen bekannt.
Das Hochchinesische verwendet die chinesische Schrift, die erst im 20. Jahrhundert von den Autoren der Baihua-Literatur, der Literatur in moderner Umgangssprache, an die gesprochene Sprache neu angepasst wurde. Davor waren geschriebene Texte in klassischem Chinesisch, genauer gesagt in Wenyan, verfasst. Neben dem Hochchinesischen gibt es noch eine ganze Reihe anderer chinesischer Sprachen, von denen einige Dialekte des Hochchinesischen sind, andere unterscheiden sich jedoch so sehr, dass sie als eigenständige Sprachen gelten. Die Mehrheit der Einwohner Chinas ist in der Lage, Hochchinesisch zumindest zu verstehen. Mit Personen, die es nicht verstehen, können Auswärtige dann nur noch kommunizieren, indem sie sich schriftlich verständigen – die Schriftzeichen sind unabhängig vom “Dialekt” immer mehr oder weniger identisch.
Chinesisch ist im Vergleich zu anderen Sprachen nicht so schwer zu lernen, da die Grammatik sehr einfach und die Aussprache regelmäßig ist. Da es im Westen immer beliebter wird die Sprache zu lernen, gibt es auch immer mehr Sprachkurse.
