Ende Oktober und wir sind noch immer nicht am Baikalsee. Aber sicher nicht, weil wir auf der “faulen Haut” liegen. Im Gegenteil: Die letzten Wochen gehören (mit Ausnahme Samarskaya Luka - siehe Tagebucheintrag vom 23. Juni) zu den anstrengendsten der Tour.
Zahlreiche Pässe erklimmen wir. Viele so steil und grobschottrig, dass wir schieben müssen, manche sogar voll Schnee und Eis. Und weil wir uns längere Zeit in nahezu menschenleeren Gegenden aufhalten, haben wir auch reichlich Lebensmittel dabei. Das macht unsere Bikes nicht gerade leichter, so heisst es oft zu zweit an einem Rad schieben und dann nochmal dieselbe Plagerei mit dem anderen Bike
.
Doch die Blasen and den Füssen, die ich dabei bekomme, sind mir lieber als die eisigen Flussdurchquerungen, denn der kalte Wind lässt die Temperaturen - nun Ende September bzw. Anfang Oktober - hier auf oft 2000 bis 2500 Höhenmetern noch niedriger erscheinen und überzieht so alles, dass mit dem Wasser in Berührung kommt, sofort mit einer dünnen Eisschicht. Recht angenehm also in den Badesandalen :???:.
Doch die Plagerei lohnt sich. Schon nach wenigen Kilometern entlang des Chuysky Traktes - der Strasse, die durchs Altaigebirge führt, - sind wir froh, uns nicht für die direkte Route entlang der Transibirischen Eisenbahn sondern für diesen Abstecher an die südliche Landesgrenze Russlands entschieden zu haben.
Die wunderschöne Berglandschaft hier ist extrem abwechslungsreich, dazu die Herbststimmung und viel Sonnenschein - nahezu nach jeder Kurve ein Fotomotiv! Auch der angeblich nur zu Pferde bewältigbare Weg, den wir dann nehmen müssen, um nicht die mongolische Landesgrenze zu überqueren, ist jede Anstrengung wert. Hier geniessen wir nicht nur autofreie Tage und atemberaubende Steppenlandschaft, sondern haben zahlreiche interessante Begegnungen und Erlebnisse. Zum Beispiel treffen wir auf Nomaden, die uns in ihre Jurten einladen. Oft fühlen wir uns, als wären wir in einem anderen Land.
Doch am Besten lässt sich das Erlebte wohl zu den zahlreichen Bildern erzählen, die wir gemacht haben. Mehr dazu gibts also erst zu Hause.
Nun befinden wir uns übrigens wieder in flacheren und somit wärmeren Gefilden und planen nur noch einen Abstecher, bevor wir dann hoffentlich den wohl nun schon erfrischend kühlen
Baikalsee erreichen.

…..und Ihr radelt immer noch?! Kaum zu glauben was Ihr schon geschafft habt, und das Ihr täglich die motivation findet um immer weiter zu radln. RESPEKT
Kommentar von Riedl Thomas — 16.11.2005 @ 22:09Freu mich schon auf Euren Vortrag, aber bis dahin noch alles Gute und Servus die Wadln. Liebe Grüße Thomas /Sbg.