Nachdem wir endlich alle Papiere und Zettelchen (die Birgit anfangs für Schmierzettel hält
) beisammen haben, dürfen wir die ukrainische Grenze passieren.
Die ersten Kilometer nach Uzhorod - ein Schock: Gleich mehrere Hunde stürzen sich auf uns, ein Kind wirft große Steinbrocken auf vorbeikommende Leute, die Strassen sind schlaglochübersät und der extrem starke Wind wirbelt den Staub auf, daß man kaum etwas sieht.
Als wir Geld wechseln wollen, werden wir nicht in die Bank gelassen. Mit der kyrillischen Schrift können wir nichts anfangen. Wir wollten diese in der Slowakei lernen, aber unser in Österreich bestelltes Buch kam nicht rechtzeitig, darum sind wir quasi Analphabeten. 
Wenn wir wenigstens eine Karte in kyrillischer Schrift hätten, könnten wir die Zeichen auf den Verkehrsschildern mit denen auf der Karte vergleichen und wüssten, wo wir hinmüssen. Aber ohne Geld gibts auch keine Karte.
Da Ostermontag ist und auch in der Slowakei heute die meisten Geschäfte geschlossen sind, beschliessen wir, es morgen nochmal zu versuchen.
Wir finden ein ruhiges, windgeschütztes Plätzchen ausserhalb der Stadt, wo wir heute einfach nur noch Martins Geburtstag mit einer Torte feiern.
Am nächsten Tag wagen wir uns - recht eingeschüchtert - wieder in die Stadt. Die Fahrt ist angenehm: kein Wind, somit kein Staub, der die Sicht behindert, was bedeutet, dass wir auch die Schlaglöcher besser sehen. In die Bank kommen wir auch ohne Probleme, und mit genug Geld in der Tasche erstehen wir auch einen Strassenatlas in kyrillischer Schrift. Die Leute sind freundlich, die Hunde eingesperrt oder nicht an uns interessiert und die Strassen recht verkehrsarm.
War wohl einfach kein guter Tag gestern - heute gefällt uns die Ukraine schon sehr gut.
