“Hoffentlich kommt ein Auto und fährt den blöden Köter nieder!” ist mein einziger Gedanke im Moment. Schon wieder so ein Mistvieh, dass nicht eingesperrt ist, und eine helle Freude daran hat, Radfahrer zu jagen.
Fast Jeder hier am Land hat einen oder gar mehrere Hunde. Die meisten sind angekettet oder in einem Zwinger und tun uns ja eigentlich sogar leid, aber wir finden dies trotzdem besser als die unfreiwilligen Sprints, die wir dauernd einlegen müssen.
Doch der Hund, der jetzt gerade meinen Herzschlag beschleunigt, verhält sich irgendwie eigenartig: er hätte schon längst die Möglichkeit gehabt zu beissen, denn er ist recht flink. Und jeder Hund, der uns nur zum Spass nachjagdt, hätte schon längst kehrt gemacht.
Drum verlangsamen wir das Tempo wieder und - er rennt artig neben uns her. Im Scherz bedanke ich mich bei Martin für das Geschenk (den Hund). Als er aber nach ein paar Kilometern immer noch mitläuft, machen wir uns schon Gedanken, ob dies doch kein Scherz war und wir ab jetzt einen Hund besitzen.
Wir halten an, doch auch jetzt bleibt er immer noch an unserer Seite und wartet geduldig bis wir weiterfahren. Vorsorglich geb ich ihm schon mal den Namen Blacky.
Insgesamt läuft der Hund fast 10 Kilometer mit, bis ihn im nächsten Ort ein junger Bursch, dem wir sagen, es sei nicht unser Hund, aufhält, während wir bergab davonfahren.
Irgendwie schade - war ein schöner Hund, aber dann hätten wir ja unser Essen durch drei teilen müssen.
