Das Reisefieber hat uns wieder gepackt, oder besser gesagt, einfach noch nicht losgelassen, darum werden wir erneut zu einer Radtour aufbrechen. Dass es uns nicht lange zu Hause halten wird, war eigentlich in Australien schon klar, aber wohin das nächste Abenteuer gehen sollte noch nicht ganz.
Also wohin denn nun?
Birgit wollte immer schon mal nach Russland, wir beide nach Tibet, Martin nach Südamerika. Doch je mehr wir den Reiseberichten anderer lauschten, je länger wurde die Liste von Ländern die wir unbedingt sehen müssen. Und umso schwieriger ist es natürlich auch, sich zu entscheiden, wohin es denn nun gehen soll.
Auf dem Heimflug von Australien nutzten wir den Zwischenstopp in Bali und verbrachten dort noch eine Woche mit dem Bike. Der Kontrast zu australischer Kultur und Landschaft beeindruckte uns. Beim Weiterflug hatten wir dann Probleme, unsere Räder als Gepäck mitnehmen zu können - noch am Flughafen beteuerte Birgit fluchend, nie wieder mit einem Fahrrad in ein Flugzeug steigen zu wollen.
Diese zwei Ereignisse erleichtern unsere Entscheidung, denn es steht fest, dass wir auf der nächsten Reise
- fremde Kulturen kennenlernen wollen und
- das Reiseziel über den Landweg erreichbar sein muss.
Somit kommt eigentlich nur der asiatische Kontinent in Frage: dorthin kommt man ganz einfach mit dem Fahrrad, und der bevölkerungsreichste Kontinent der Erde bietet verschiedenartigsten Religionen und Kulturen, extreme Ballungsgebiete und nahezu unberührte Gegenden, faszinierende Landschaften und klimatische Extreme.
Wirklich einfacher ist die Reiseplanung durch das Festlegen auf einen Kontinent zwar nicht, denn alle Länder zu besuchen ist natürlich nicht möglich. Um auf der Homepage eine geplante Route einzeichnen zu können, sollten wir aber eine Entscheidung treffen: welcher der unzähligen Linien, die wir ratlos auf den Straßenkarten betrachten, wollen wir folgen? -Oder besser gesagt können wir folgen, denn jedes Land hat natürlich eigene Visabestimmungen, die sich laufend ändern. Auch Krisengebiete, Gefahren, schlechte Strassenverhältnisse und klimatische Bedingungen werden unsere Reise stark beeinflussen.
Fest steht, dass wir uns kein Zeitlimit setzen wollen - wo es uns gefällt, wollen wir länger verweilen und erst wenn uns das Unterwegs sein keinen Spass mehr machen sollte, werden wir uns auf den Nachhauseweg begeben. Zweck unserer Radtour soll nicht sein, Sehenswürdigkeiten, die wir zuvor in der Landkarte markiert haben, abzuklappern. Wichtig sind uns die ungeplanten Erlebnisse und Begegnungen, die eine solche Reise mit sich bringt. Die passieren meist in den scheinbar völlig “uninteressanten” Gegenden, die in keinem Reiseführer erwähnt sind.
Somit können wir leider keine vorgeplante Route auf unserer Landkarte einzeichnen, denn unseren Weg wollen und können wir nicht vorausbestimmen. Doch obwohl das Sprichwort “Der Weg ist das Ziel” unser Motto sein soll, haben wir ein Reiseziel festgelegt. - Nur für die Stunden in denen der Gegenwind zu stark ist, die Kälte nicht mehr auszuhalten, der Hunger zu groß, der nächste Berg zu steil,… - damit wir dann etwas zum Träumen haben - und damit unsere Landkarte schon vor der Reise einen bunten Farbfleck aufweist:grin:..
Wohin sollen wir jetzt den Kreis auf die Landkarte malen?
- Irgendetwas Großes sollte es sein, das auf jeder Karte eingezeichnet ist.
- und das jeder kennt.
- und nachdem wir uns in der Natur immer viel wohler fühlen, als in Städten, am besten ein landschaftlich reizvolles Gebiet.
Nehmen wir den Baikalsee! Nicht unbedingt weil Seen für uns eine besondere Anziehungskraft haben, denn eigentlich faszinieren uns Berge und Wüsten mehr. Sondern vielleicht einfach, weil es dann doch eine etwas längeren Radtour werden wird, bis wir am See angelangt sind. Und dieser ja wirklich besonders beeindruckend sein soll - aber davon werden wir uns ja hoffentlich selber überzeugen können.
