Während unserer Australienreise hatten wir nur eine kleine Kompaktkamera dabei und legten eigentlich wenig Wert auf Fotos. Auf der ganzen Reise machten wir auch nicht mehr als circa 1400 Bilder - was “richtige” Fotografen wohl in einem weitaus kürzeren Urlaub verknipsen würden.
Wieder zu Hause angelangt bedauerten wir aber schon, das eine oder andere Foto nicht gemacht zu haben, denn so hätten wir einige Erzählungen für unsere Zuhörer viel besser vorstellbar gemacht. Aber mit so großem Interesse an unserem Erlebten hatten wir eben nicht gerechnet - auch nicht damit, dass wir nach der Reise Diavorträge machen würden, aber die Nachfrage war einfach so groß. Unsere Zuhörer waren zwar begeistert von unseren Vorträgen - unser Vorteil war, dass die Schönheiten Australiens so wunderbar sind, dass sie selbst auf unseren schlechten Fotos voll zur Geltung kommen, aber uns wurde klar, dass wir mit etwas mehr Aufwand einiges bessere Bilder hätten machen können. Angefangen von der Wahl des richtigen Filmes (uns war bis zum Ende der Reise noch nicht klar was denn ISO 100 oder 400 auf der Filmpackung bedeutet), über eine hochwertigere Kamera bis zum wohl wichtigsten Punkt - ein paar Kenntnisse über “besseres” Fotografieren.
Für die nächste Reise nehmen wir uns in Sachen Fotografieren mehr vor, als nur hier und da einen Schnappschuss zu machen, deswegen haben wir auch einiges in eine gute Ausrüstung investiert. Die Entscheidung , welche Kamera die geeignetste ist, ist nicht einfach, wir selbst haben ja keinerlei Erfahrung und jeder Fotograf hat wohl eine andere Meinung zu diesem Thema.
Fest steht für uns das wir etwas äusserst Robustes benötigen werden, denn auf dem Fahrrad wird die Kamera allen Erschütterungen der Strassen ausgesetzt sein, Tag und Nacht in Hitze oder Kälte verbringen und wahrscheinlich auch so manchen Staub abbekommen. Deshalb entscheiden wir uns für eine mechanische Spiegelreflexkamera, die zwar sicher an Übung bedarf, bis man gute Fotos schiesst - für uns ein Grund, die Fotoausrüstung möglichst bald vor der Reise zu kaufen. Der wohl größte Nachteil der Kamera ist, dass man damit nicht so schnelle Fotos wie mit einer elektronischen machen kann, da man ja vorher Blende und Verschlusszeit einstellen muss und man Erfahrung braucht um bei schwierigen Lichtverhältnissen zu fotografieren.
Beim Kauf haben wir Glück, denn wir finden eine gebrauchte mechanische Kamera, die natürlich billiger ist als eine neue - speziell bei den Objektiven sind gebrauchte einiges günstiger. Und auf der Reise kann es keinesfalls schaden, wenn unsere Ausrüstung schon etwas älter und benutzt aussieht.
Unsere Entscheidung fällt auf eine Nikon FM2n, also eine Kamera bei der nur der Belichtungsmesser elektronisch ist - fotografieren könnte man natürlich auch ohne, was aber sicher nicht so einfach sein dürfte.
Bei den Objektiven greifen wir zu einem 20mm 2,8 Weitwinkelobjektiv, zu einem 55mm 2,8 Makroobjektiv und zu einem 80-200mm 4-5,6 Zoomobjektiv (lichtstärkere Zoomobjektive sind leider einiges schwerer und für unser Budget viel zu teuer).
Beim Blitz erstehen wir einen gebrauchten Metzblitz mit der Leitzahl 30, was für unsere Zwecke wohl völlig ausreichen wird. Für Dämmerungsaufnahmen kaufen wir einen Drahtauslöser.
Zusätzlich werden wir noch ein leichtes, robustes Stativ und eine geeignete Fototasche besorgen müssen - hier treffen wir erst später eine Wahl, denn zur Zeit leihen wir uns diese beiden Dinge noch von meinem Vater.
Da wir nun in Besitz einer hochwertigen Ausrüstung sind, heisst es fleissig üben. Aus Fotobüchern haben wir schon so manche Tipps und Tricks erhalten, die wir nun in die Tat umsetzen werden. Glücklicherweise sind einige unserer Bekannten begeisterte Fotografen, die uns hierbei mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Hilfreiches zum Thema Fotografieren und Fotoausrüstung zum Nachschlagen:
Das Buch “Reisefotografie” von Helmut Hermann, Verlag Reise Know-How
Im Internet: www.photo.net
Auch der Fotoworkshop von Michael Martin war für uns sehr hilfreich (Näheres dazu unter http://www.michael-martin.de)
